Was ist eigentlich genau UX?

Immer wieder höre ich, dass UX gleich Design gesetzt wird. Ah, du machst UX also bist du Webdesigner. Das ist grundlegend nicht ganz verkehrt aber auch nicht richtig. UX heißt übersetzt: „User Experience“.  Sicher gehört für eine gute Experience auch ein gutes und logisches Design dazu aber dies ist nur ein Teil des gesamten Kuchens.

Damit sich ein User auf einer Seite „wohlfühlt“, kommen auch einige andere Faktoren in Betracht, die nicht unbedingt nur das Design betreffen.

Welche Faktoren spielen eine Rolle?

Grundsätzlich hängt es natürlich von den User Storys / Journeys jeder einzelnen Website und deren Zielgruppen ab.  Eine User Story ist die Definition wie der User auf eine Seite kommt und was dieser dann machen soll.

Z. B. ein User der über ein Adword auf einen Online-Shop gelangt. Die Story ist hier relativ einfach. Über eine Adword Anzeige soll dieser User direkt auf das Angebot gelenkt und davon überzeugt werden, so dass er in den Checkout Prozess geht und das Produkt bestellt.

Schaut man sich sein eigenes Verhalten beim Online-Shopping einmal an so hat jeder unbewusst eine gewisse Liste an Elementen im Hinterkopf, die aufgerufen werden. Je erfahrener ein User im Internet ist, um so mehr wird er auch auf bestimmte Elemente achten.

Ein ganz wichtiges Kriterium ist hierbei das ich auch genau auf der Seite lande und den Content vorfinde, die mir die Anzeige, das Suchergebnis oder die Verlinkung auf die Seite suggeriert haben.

Dieses Gefühl wird in Bruchteilen von Sekunden erzeugt, nämlich wenn der User die Seite beim Laden sieht und diese zu „skimmen“ beginnt.

Das sogenannte „Skimmen“ passiert innerhalb der ersten 2-3 Sekunden, während die Seite lädt. Hierbei spielen ein paar Punkte eine ganz wichtige Rolle, um nämlich den sogenannten „1st Trust“ zu erzeugen. Der User muss hier schon ein Vertrauen in die Seite gewinnen. Dieses geschieht dadurch, dass das Firmenlogo zu sehen ist, bestimmte Keywords in der H1 Überschrift zu der Anzeige passen, sich die Seite schnell lädt und nicht beim Laden zerhauen ist.

Erst danach beginnt der User die Seite zu „scannen“.  Das Scannen dauert etwa weitere 7-10 Sekunden. Hier schaut der User sich die gesamte H1 an und sucht Elemente, die er in der jeweiligen Anzeige usw. gesehen hat bzw. die in seiner Vorstellung auf der Seite vorhanden sein sollten. Allerdings muss das Wiedererkennungselement kein Bild sein. Text spielt hier eine genauso große Rolle.

Nach dem Scannen beginnt dann der eigentliche „Read Modus“ des Users. Erst jetzt beginnt der User ganz bewusst den Inhalt zu lesen und zu analysieren.

Fazit

UX ist also weit mehr als nur das Design. UX spielt schon bei der Seitenplanung und der technischen Umsetzung eine Rolle. Wer mag heute schon auf ewig lang ladende Seiten surfen. Ebenfalls spielt SEO, Online-Marketing und Seitenanalyse eine große Rolle für UX. Ein falscher Titel und eine falsche Meta-Description in der SERP „Suchergebnis Auflistung“ wecken falsche Erwartungen, die nicht erfüllt werden und mit einer erhöhten Absprungrate bestätigt werden.  Gleiches gilt für falsche Adword Anzeigen und Banner. Grundsätzlich gilt, eine Seite ist nie fertig. Ist eine Seite released worden, so beginnt der Analyse Prozess, um das bestmögliche Ergebnis für beide Seiten zu erzielen.